Abmahnung trotz vieler Pflichtverstöße erforderlich

Das Landesarbeitsgericht Köln beschäftigte sich mit der Frage, ob mehrere kleine Pflichtverstöße eine Kündigung ohne vorherige Abmahnung rechtfertigen.

Ausgangsfall war ein Arbeitnehmer, der trotz des Verbotes sämtlicher Nebentätigkeiten, welches im Arbeitsvertrag geregelt war, eine Immobilienberatungsgesellschaft gründete. Darüber hinaus sagte er ein Meeting nur eine Minute vor Beginn krankheitsbedingt ab. Dabei gab es bereits mehrmals Streit aufgrund nicht rechtzeitig eingereichter Krankenmeldungen. Darüber hinaus war er mit einer ihm übertragenen Position in einer anderen Abteilung nicht einverstanden und wehrte sich dagegen.

Kündigung aufgrund zahlreicher kleinerer Pflichtverstöße

Aufgrund der Häufung dieser Pflichtverletzungen kündigte ihn der Arbeitgeber ordentlich und Wahrung der Kündigungsfrist. Der Arbeitgeber war der Ansicht, dass mehrere kleinere Pflichtverletzungen eine Kündigung ohne vorherige Abmahnung rechtfertigen. Daraufhin erhob der Arbeitnehmer eine Kündigungsschutzklage.

Die Kündigung war mangels vorheriger Abmahnung ungerechtfertigt

Das Landesarbeitsgericht gab der Klage statt. Die Kündigung sei unwirksam. Weder bestehe ein sozial gerechtfertigter Grund noch sei ein wichtiger Grund ersichtlich. Zudem wäre eine Abmahnung zwingend erforderlich gewesen. Denn kleinere Pflichtverstöße allein rechtfertigen schon keine Entbehrlichkeit der Abmahnung.

Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln vom 06.09.2018, Az.: 6 Sa 64/18

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LKS Rechtsanwälte, Frankfurt am Main

 

 

Apr, 16, 2019

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