Yogakurs kann einen Bildungsurlaub rechtfertigen

Unter einem Bildungsurlaub, bezahlter Sonderurlaub, wird grundsätzlich eine außerbetriebliche intellektuelle Förderung des Bereiches angesehen, in dem man beruflich tätig ist. Dass ein Yogakurs dazu gehören könnte erscheint auf den ersten Blick fernliegend. Tatsächlich befasste sich das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg mit dieser Thematik.

Zum Sachverhalt

In dem Urteil des Landesarbeitsgerichts vom 11.04.2019 wurde entschieden, dass ein fünftätiger von der Volkshochschule angebotener Yogakurs einen Bildungsurlaub rechtfertigt. Dabei müsste dieser nach einem „geeigneten, didaktischen Konzept“ durchgeführt werden. Begründet wurde das Urteil mit den gegebenen Voraussetzungen des Berliner Bildungsurlaubsgesetzes. Ein Yogakurs falle unter der weiten Auslegung der beruflichen Weiterbildung. Dabei werde sowohl die Anpassungsfähigkeit als auch die Selbstbehauptung der Arbeitnehmer gefördert.

Voraussetzungen über Bildungsurlaub vom Bundesland abhängig

 Zu beachten ist allerdings, dass sich die Regelungen für einen Bildungsurlaub von Bundesland zu Bundesland differenzieren. In Sachsen und Bayern etwa besteht kein Anspruch auf solch einen Urlaub.

Ablehnung des Bildungsurlaubs möglich

Trotz landesgesetzlicher Zulassung sind Arbeitgeber dazu berechtigt, einen Bildungsurlaub unter bestimmten Voraussetzungen abzulehnen, wie beispielsweise bei Personalengpässe oder Störungen im Betriebsablauf.

Letztlich kommt es im Ergebnis entscheidend auf den jeweiligen Einzelfall an.

Urteil des Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 11.04.2019, Az.: 10 Sa 2076/18 (Pressemitteilung)

Sollten Sie Fragen zu diesem, einem anderen oder Ihrem Fall haben, so nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

LKS Rechtsanwälte, Frankfurt am Main

Apr, 23, 2019

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